Wie kommt man eigentlich dazu, eine knapp dreistündige Zugfahrt für die Lesung eines lettischen Autors in Köln auf sich zu nehmen? Mein Interesse an Lettland ist aus einem einem privaten Schreibprojekt entstanden, das 2018 oder 2019 begonnen hat und sich im Alternative History-Bereich bewegt. Dafür hatte ich einige Recherchen zur Geschichte und Kultur betrieben, Dokumentationen geschaut und fand das alles sehr interessant, es macht immer noch sehr viel Spaß sich einen alternativen Verlauf des Landes auszudenken und die Figuren zu schreiben. Schließlich kam es dazu, dass ich Ende Mai dieses Jahres für knapp eine Woche tatsächlich nach Lettland flog, um es einmal wirklich zu erleben und um zu erfahren, ob es dort wie in meiner Vorstellung war oder vielleicht ganz anders. Die überwiegende Zeit verbrachte ich in
Liepaja an der Ostsee sowie für eine Übernachtung in der Hauptstadt Riga und ich muss sagen, dass meine Erwartungen völlig übertroffen wurden. Gewohnt habe ich in Airbnbs am Strand von Liepaja und in Riga Centrs. Die meiste Zeit bin ich einfach herumgelaufen, habe sehr viel Zeit in Supermärkten (anstatt in Museen) verbracht oder bin mit dem Bus durch die Gegend gefahren, um mir anzuschauen, was mir vor die Nase kam. Die Zeit war natürlich viel zu kurz und ich hätte noch gerne weitere Städte und Regionen besucht und den überall blühenden Flieder bewundert, der zu dieser Zeit in Deutschland schon länger verblüht war.
Auf der Buchmesse in Frankfurt waren mir schon die letzten Jahre im Bereich der ausländischen Aussteller der Präsentationsraum von Lettland aufgefallen, der unter dem Motto Proud to be Introvert läuft, was ich als eher introvertierter Mensch sehr sympathisch finde. Jedenfalls ist der Raum innerhalb des Trubels der Buchmesse eine Oase zum Abschalten, ob man nun sich die Bücher und die Booktour durch Riga anschauen oder einfach nur chillen möchte. Die Riga Booktour habe ich mir natürlich sehr gern angeschaut, weil ich an einigen Orten in Riga selbst gewesen bin, aber auch andere, die ich noch nicht kannt.
Schließlich bin ich direkt in Kontakt mit Latvian Literature gekommen, die mir Leseexemplare von Jelgava 94 und Dezember von Jānis Joņevs sowie Schwäbisches Capriccio von Anšlavs Eglītis vermittelt haben. Jelgava 94 hatte ich Anfang Dezember fertiggelesen – ein Rezension kommt natürlich noch – aber Dezember noch nicht, weswegen ich sehr erfreut war, als ich mitbekam, dass es eine Lesung von Dezember im Dezember in Köln stattfinden sollte. An der Lesung im Oktober im Rahmen der Buchmesse konnte ich nämlich leider nicht teilnehmen.
An einem Montag, dem 9. Dezember machte ich mich auf den Weg nach Köln, um an der Lesung von Jānis Joņevs teilzunehmen. Köln ist noch einigermaßen gut erreichbar, allerdings hat der Zugverkehr auf der Strecke zwischen Mainz und Köln seine Tücken. Daher organisierte ich mir vorsichtshalber ein Airbnb, zwar etwas außerhalb, aber die Preise in der Kölner Innenstadt waren mir schlicht zu hoch, wenn überhaupt noch Zimmer verfügbar waren. Allerdings wollte ich weder erst gegen ein Uhr nachts (oder später) nach Hause kommen und auch nicht nachts in Köln stranden, wenn dann doch ein Zug ausfiel.
Die Zugfahrt verlief zum Glück ohne Verspätungen, allerdings war ich zwischendurch lost in Köln-Deutz, weil die Straßenbahnhaltestelle noch schwieriger als Gleis 9 3/4 zu finden war. Gerade reichte es noch, um meine Sachen in der Wohnung abzulegen, frisch machen und dann wollte ich noch auf den Weihnachtsmarkt am Heumarkt. Dummerweise war die Anzeige in der Tram ausgefallen und die Compurterstimme sehr undeutlich, so dass ich eben am Neumarkt ausstieg und etwas in Eile meine Bratwurst essen musste. Es fing also alles ein wenig stressig an, dennoch gelang es mir den Veranstaltungsort zu finden, ohne erneut verloren zu gehen..
Die Lesung fand zusammen mit dem Verleger Adrian Kasnitz von der parasitenpresse fand in der Wohngemeinschaft im Belgischen Viertel statt, in einer kleinen aber feinen Runde. Die Auszüge auf Deutsch wurden von Adrian vorgelesen, die Gespräche mit dem Autor auf Englisch, der über seine Recherchearbeit zu den Mordfällen in Riga gegen Ende der 1990er berichtete.
Ich fand es sehr spannend zu erfahren, wie die Betroffenen, Angehörige der Opfer, Verdächtige oder Ermittler auf die Anfragen des Autors reagierten und wie die Fälle Kreise in seinen Bekanntenkreis zogen. Die Ausschnitte waren ohne Spoiler (hoffe ich) und bin daher jetzt gespannt, wie sich der ganze Roman entwickelt.
Natürlich ließ ich es mir nicht nehmen, meine Exemplare signieren zu lassen. Anschließend klang der Abend in der Bar der Wohngemeinschaft aus.
Das ist das Schöne an Lesungen, noch einmal in persönlichen Gesprächen den Autor und den Verleger über das Werk hinaus kennenzulernen.
Witzigerweise erkannte Jānis meinen Lieblingsanime Assassination Classroom an meiner Tasche, die ich immer bei mir trage. Ein Anime, der jetzt nicht so bekannt ist wie Hype-Animes a la Demon Slayer oder Attack on Titan, was mich umso mehr gefreut hatte.
„Daraus entspann sich ein nettes Gespräch über Manga und Comickultur in Deutschland, Frankreich und Belgien, worauf noch viele andere interessante Themen folgten. Gerne hätte ich mich so noch weiter unterhalten, aber ich konnte leider nicht mit in die nächste Bar ziehen, da ich am nächsten Tag mittags wieder zurück nach Mainz fahren musste.
Dennoch bin ich sehr froh, den Weg nach Köln auf mich genommen zu haben, der etwas länger als der Flug Frankfurt – Riga dauert oder ähnlich lang wie die Strecke Riga – Liepaja. Auf die nächste Reise dorthin freue ich mich dann umso mehr, vielleicht ist ja auch ein Ausflug nach Jelgava drin.

Entstehung und zum Leben Lovecrafts enthalten, von denen ich manche eher überflüssig halte, aber andere wieder die Schauplätze und somit die Ereignisse in Neu-England realer werden lassen. Deshalb erwische ich mich dabei zu glauben, dass es tatsächlich Orte wie die Miskatonic University, Arkham und Innsmouth gibt oder in der Antarktis. Anders als bei Stephen King entsteht der Horror weniger durch Ekel oder Gewalt, der aus den Menschen kommt, sondern aus der Hilflosigkeit der Menschen gegenüber übernatürlichen und höherer Mächte, die aus dem All und aus den Tiefen des Meeres kommen, oder anderen unbekannten oder lebensbedrohlichen Orten.
Poes Einfluss ist unübersehbar, wenngleich er auch hochspannende Detektivgeschichten geschrieben haben und einige Erzählungen durchaus humoristische oder satirische, manchmal auch romantische Einschläge haben. Das ist bei Lovecraft etwas seltener zu finden, oder ich habe es nicht herausgelesen, doch ich fand gerade die Begegnung von Dyer und Danforth mit den Albinopinguinen so unglaublich herzig. Dabei habe ich mir eigentlich mehr Sorgen um die Pinguine gemacht als um die beiden Männer, was vielleicht der größere Schrecken war. Wohl aus diesem Grund habe ich mich von einer illustrierten Ausgabe von Die Berge des Wahnsinns ablenken lassen, die mich in der Bibliothek anlachte, als ich konzentriert an diesem Blogpost schreiben wollte. Leider war es nur der erste Teil, denn ich hatte mich schon auf eine Darstellung der 1,80m großen Albinopinguine gefreut und hoffe sehr, dass sie im zweiten Teil erscheinen. Dennoch sind die Illustrationen von Francois Baranger unglaublich schön, sie bilden den Hintergrund des Erzähltextes, was ich angenehmer als bei einer Graphic Novel finde. Sie bringen die Dimensionen der Antarktis und der untergangenen Stadt der Alten Wesen erst richtig zur Geltung, anstatt in Panels und Sprechblasen zerfledddert zu werden.
Expedition fast hundert Jahre später aus, doch Lovecraft führt die Prämisse fort, dass dieser Ort die Heimat einer fremden Zivilisation war.Obwohl Poe im Grunde nichts mit Pinguinen zu tun hat, so werden am Anfang des Romans der Protagonist und sein bester Freund bei einer Spritztour von der Besatzung eines Walfangschiffes namensPinguin gerettet und mitten auf meiner Ausgabe des Sammelbandes seiner Erzählungen inmitten von Rasiermessern das Logo des Verlages prangt ein kleiner Pinguin.
Und die illustrierte Erzählung von Die Berge des Wahnsinns wurde vom Heyne Verlag heraus-gegeben, der zur Penguin Random House Verlagsgruppe gehört. Ist das noch Zufall oder ein großer kosmischer Plan sinistrer Entitäten? Falls Pinguine zukünftig unsere Overlords sein werden, ich freue mich darauf!

Star Wars Downunder![IMG_2028[1]](https://thevelvetletters.wordpress.com/wp-content/uploads/2019/09/img_20281.jpg?w=224)
Autor: Andreas Eschbach![IMG_2019[1]](https://thevelvetletters.wordpress.com/wp-content/uploads/2019/08/img_20191.jpg?w=448)
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